Die neuen Pflegestufen

21.09.2017

Am 24.7.17 konnten wir Frau Nadine Kaderlin vom MDK Lahr als Gast begrüßen. Die erfahrene Pflegefachkraft war als erste Vertreterin des MDK bei uns. Deswegen skizzierte sie zunächst kurz ihre Behörde. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) ist als Körperschaft des öffentlichen Rechtes eine eigenständige Behörde, die über die Beiträge zu den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird.

Am 24.7.17 konnten wir Frau Nadine Kaderlin vom MDK Lahr als Gast begrüßen. Die erfahrene Pflegefachkraft war als erste Vertreterin des MDK bei uns. Deswegen skizzierte sie zunächst kurz ihre Behörde. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) ist als Körperschaft des öffentlichen Rechtes eine eigenständige Behörde, die über die Beiträge zu den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird. Der MDK wird auf Anfrage der gesetzlichen Krankenkassen aktiv, als Expertengremium zur Beantwortung von medizinischen Fragestellung. Die Kostenträger können den MDK einschalten, müssen das aber nicht. Ebenso sind die Einschätzungen des MDK für die Kostenträger nicht bindend. Die Patienten haben ein Recht darauf, die Einschätzung durch den MDK einzusehen. Im Bereich der Pflege erhalten die Pat. immer ihr Pflegegutachten ausgehändigt.
Frau Kaderlin geht dann auf die Definition von Pflegebedürftigkeit eine, die im SGB XI niedergelegt ist. Besonderen Wert legt sie auf die Feststellung, dass eine Pflegebedürftigkeit mindestens 6 Mon. andauern muss, damit der Betroffene unter das Pflegegesetz fällt, sonst ist die Krankenkasse zuständig.

Die früheren 7 alten Pflegestufen wurden jetzt durch 5 neue Pflegegrade ersetzt, die alten Minutenwerte durch eine Punktvergabe. Insgesamt besteht jetzt die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit aus 5 Modulen, die mit verschiedener Gewichtung in die Endeinschätzung einfließen.
Mobilität mit 10%
Kognition und Kommunikation mit 15%
Selbstversorgung mit 40%
Umgang mit der Krankheit und therapeutische Kooperationsfähigkeit mit 20%
Gestaltung des Alltagslebens und der sozialen Kontakte 15%.
Anstelle der alten Minuteneinteilung wird jetzt eine Graduierung durchgeführt:
Selbstständig
überwiegend selbstständig
überwiegend unselbstständig
überwiegend unselbstständig
nicht selbstständig

oder
vorhanden
großenteils vorhanden
im geringen Maße vorhanden
nicht vorhanden
Endergebnis des Pflegegutachtens ist dann ein Punktwert, der zum Pflegegrad führt:
12,5-27 Pflegestufe !
bis 47 Pflegestufe 2
bis 70 Pflegestufe 3
bis 90 Pflegestufe 4
über 90 Pflegestufe 5
Die Pflegefachkräfte können im Rahmen der Begutachtung auch eine Reihe von Pflegehilfsmitteln direkt empfehlen ohne Verordnung durch den behandelnden Arzt. Die Genehmigung bleibt Kassenentscheidung.die Obergrenze liegt bei 4000€/Pat.
Der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (Z.B. Türverbreiterung, Badumbau usw.) beträgt 4000 €.
Es schließt eine lebhafte Diskussion an, in der Frau Kaderlin konkrete Fragen aus dem Alltag der Betroffenen geduldig beantwortet.
Zum Schluss bedankt sich Herr Dr. Hagel herzlich für diesen sehr informativen Vortrag.